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Aktualisiert am: 2011/02/01
Zusammenfassung Fragestellung
Warum vergisst der Mensch Gott?
Frage
Warum vergisst der Mensch Gott?
Eine kurze

Einflüsterungen Satans, Welthörigkeit und Sünde sind die Gründe dafür, dass der Mensch Gott vergisst. Andererseits aber kann durch Gebet, Koran, Nachdenken über die Zeichen Gottes und entsprechende logische Schlussfolgerungen Gott bzw. der Glaube an Ihn erneut in den Herzen wachgerufen werden.

Gottes zu gedenken und Ihn zu preisen ist voller Segen. 1- Es spornt unter anderem zu Gehorsam Gott gegenüber an, 2- ruft Demut und Ergebenheit Gott gegenüber hervor, 3- führt zu aufrichtigem Gott-Ergeben-Sein und demzufolge dem Verlangen, Gott anzubeten, 4- es schenkt innere Ruhe und Sicherheit, 5- lenkt die Aufmerksamkeit Gottes auf den Ihm Ergebenen und Ihn Anbetenden, 6-:führt dazu, in die göttliche Huld eingeschlossen zu werden etc..

ausführliche Antwort

Koranverse (Aayaat) des Heiligen Koran tun kund, dass „Kaaferin“ (Gottleugner), Frevler, „Moschrekin“ (Polytheisten) und Abtrünnige ihren Ursprung, ihre Rückkehr (zu Gott) und damit Gott selber vergessen haben.

Der Heilige Koran mahnt in diesem Zusammenhang: „Seid nicht wie jene, die Gott vergaßen und demzufolge auch sie von Gott vergessen werden (das heißt, nicht in die göttliche Huld eingeschlossen sind). Sie sind Frevler.“[1]

Und in einer anderen Aayeh des Heiligen Koran heißt es, und zwar mit den Worten der Kaaferin: „Unser Leben ist nur das dieser Welt, dann sterben wir, nachdem wir gelebt haben, und das, was uns vernichtet, ist nichts anderes als die Zeit.“ Wer so spricht, hat keine Kenntnis darüber, sondern er vermutet nur. (Er hat sein in ihm veranlagtes Wissen über Gott und die Rückkehr zu Ihm vergessen.)“[2]

In einer weiteren Aayeh lesen wir: „(Und Wir sagen ihnen:) „So nehmt denn euren Teil (die Höllenpein)! Darum, weil ihr euer heutiges Eintreffen vergaßet, und auch Wir vergessen euch folglich und lassen euch wegen eures Tuns ewige Pein zuteil werden.[3]

Und in folgender Aayeh wird den Kaaferin gesagt: „Heute vergessen wir euch, ebenso wie ihr eure heutige Rückkehr vergaßet. Euer Ort ist die Hölle, und keinen Helfer werdet ihr haben.“[4]

Diesen Aayaat ist zu entnehmen:

1-     Angesichts der Bedeutung des Wortes „Nessiaan“ (Vergessen) ist zu folgern, dass Wissen über Gott im menschlichen Wesen veranlagt ist, doch dass sich Kaaferin, Moschrekin und Verderbte infolge ihrer Diesseits-Hörigkeit dessen nicht mehr bewusst sind und es vergaßen. Gott benutzt den Begriff „Nessiaan“ (Vergessen) nicht nur im Zusammenhang mit Gläubigen oder „Ahl e Ketaab“ (denen, die über eine Himmlische Schrift verfügen), sondern bezüglich aller, die ihren Ursprung und ihre Rückkehr zu Gott nicht mehr wahrhaben und spricht: Ihr habt Ursprung und Rückkehr vergessen.

2-     Der Grund dafür, dass Gott-Vergessen ein Sich-Selbst-Vergessen zur Folge hat, liegt auf der Hand. Denn einerseits führt Gott-Vergessen dazu, dass sich der Mensch in materiellen Freuden und tierhafter Sinnlichkeit verfängt und den Grund seiner Erschaffung und Rückkehr vergisst, mit dem Resultat, dass er für seine bevorstehende Auferstehung nicht vorsorgt. Und andererseits ist Gott-Vergessen begleitet davon, dass er auch die absoluten, heiligen Eigenschaften Gottes vergisst. Er ist sich dessen nicht mehr bewusst, dass Gottes Sein und Existenz absolut ist, dass Er über unendliches Wissen und grenzenlose Bedürfnislosigkeit verfügt, dass Er sich selber genügt, alles von Ihm abhängig ist und dass er Seiner unbedingt bedarf, um überhaupt sein zu können. Und weil der Mensch dies alles vergisst, wähnt er sich selbstständig undmeint, dass er durch sich allein sein und existieren kann und auf niemanden angewiesen ist. Er rühmt sich seines Wissens und Könnens und vergisst somit mehr und mehr seine menschliche Identität und Wirklichkeit.[5]

3-     Diese Aayaat geben zu verstehen, dass das „Gott-Vergessen“ alle Menschen „infizieren“ kann, auch die Gläubigen, auch die Muslime. Bisweilen ist dieses Gott-Vergessen ein Dauer-Zustand, der ungemein bedrohlich ist und jenseitige Pein im Gefolge hat. Gott spricht: „Gott hat ihre Herzen und Ohren versiegelt und ihren Blick mit verhüllendem Schleier versehen, und große Pein erwartet sie.“[6] Doch manchmal ist es auch nur ein vorübergehendes Vergessen, und die Hoffnung, dass es sich verliert, der Mensch erneut zu Gott zurückfindet, sich Seiner wieder bewusst wird und Rettung findet, besteht.Im Heiligen Koran heißt es hierzu: „Wenn die Gottesfürchtigen den Einflüsterungen Satans zu erliegen drohen, erinnern sie sich (Gottes)und (infolge ihres Sich-Erinnerns) können sie mit einem Male wieder sehen (den richtigen Weg).“[7]

Gründe des Gott-Vergessens:

1-     Satan ist eine der massivsten Ursachen für Gott-Vergessenheit. Diesbezüglich heißt es im Heiligen Koran: „Satan bemächtigte sich ihrer und nahm ihnen die Erinnerung an Gott. Sie gehören der ParteiSatans an!“[8]

Sämtliches Bemühen Satans gilt dem Ziel, dem Menschen das ihm gegebene „Kapital“, sich Gottes zu erinnern und nach Ihm zu streben, zu rauben. Sobald ihm dies gelungen ist, sobald der Mensch sich Gottes nicht mehr erinnert, erinnert er sich auch nicht mehr an sich bzw. seine eigene wirkliche menschliche Identität.

2-     Sich der irdischen Welt zu verschreiben, ist ebenfalls ein wichtiger Grundfür Gott-Vergessenheit. Wer sich vom Glitzer und Schillern dieser Welt einfangen lässt, verliert sich in ihr bzw. geht ganz in ihr auf. Wird ihr hörig. Darum sagte Imam Ali (a): „Das, was bei Gott ist, wird nur durch das Sich–Lösen von dieser Welt erreichbar.“[9]

3-     Sünde und Ungehorsam dem Erhabenen Gott gegenüber wirken sich wie ein verbergender Schleier aus, der sich zwischen Mensch und Gott schiebt. Der Mensch vergisst Gott, den Ursprung seines Seins und ist sich Gottes und der Rückkehr zu Ihm nicht mehr bewusst. Von Imam Redsaa (a) wird dieses überliefert: Als jemand ihn fragte, warum Gott wie hinter Schleiern verborgen sei, antworte der Imam (a) ihm: „Wegen der vielen Sünden, derer sich die Menschen schuldig machen.“[10]

Um dem Gott-Vergessen vorbeugen zu können, sind wir angewiesen, die Erinnerung an Ihn in unseren Herzen als auch in der Gesellschaft wach zu halten. Wie es jene tun, über die Gott im Heiligen Koran sagt: „… jene, die Gottes gedenken, im Stehen und Sitzen und wenn sie sich niederlegen auf ihre Seite…“[11] Dieses sich An-Gott-Erinnern lebendig zu halten ist immer, in jeder Situation möglich. Dazu bedarf es nicht unbedingt eines besonderen Vorgehens. Dennoch aber hat die islamische Religion verschiedene „Mittel“ dazu an die Hand gegeben wie:

1-     Das Gebet:Der Heilige Koran sagt: „Verrichtet das Gebet, um euch Meiner zu erinnern.“[12]

2-     Kontakt mit dem Koran: Gott spricht: „Das, was Wir dir vortragen, sind Zeichen (deiner Rechtlichkeit) und weise Erinnerung.“[13]

3-     Nachdenken über Himmel und Erde (über die Zeichen (Aayaat) Gottes): Hierzu heißt es im Heiligen Koran: „Sie denken nach über die Geheimnisse der Schöpfung von Himmeln und Erde (und sprechen): O Gott, Du hast sie nicht sinnlos erschaffen! Heilig (absolut rein) bist Du! Bewahre uns vor der Pein des Feuers!“[14]

4-     Beachtung der Besonderheiten Gottes: Gott spricht: „Osten und Westen sind Gottes. In welche Richtung ihr euch auch wendet, Gott ist da! Gott bedarf nichts und ist allwissend!“[15]

Und da Gott überall ist, ist Er es also auch dort, wohin du auch immer gehst.

Gottes zu gedenken, sich Seiner zu erinnern, erweist sich im Leben des Menschen als sehr segensreich:

1-     Es motiviert, Gott gehorsam zu sein und Seine Weisungen zu befolgen.

2-     Es motiviert dazu, sich Recht und Wahrheit zu fügen und zu akzeptieren und den Schwächeren in aller Bescheidenheit zu begegnen.

3-     Es motiviert zu aufrichtiger und hingebungsvoller Anbetung Gottes.

4-     Es schenkt innere Ruhe und Sicherheit.

5-     Es lenkt Gottes Aufmerksamkeit und Huld auf den, der Seiner in Liebe gedenkt.

Zu hoffen ist, dass wir alle an diesem Segen teilhaben…



[1] Sure 59, 19, Sure 9, 67, Sure 36, 78

[2] Sure 45, 24

[3]Sure 32, 14

[4]Sure 45, 34

[5]TafssirNemuneh, B. 23, S. 541

[6]Sure 2, 7

[7] Sure 7, 201

[8]Sure 58, 19

[9]“Nahdschulbalaaghah”, Übers., Khotbeh 193, S. 286, „وَ لَا یُنَالُ مَا عِنْدَهُ إِلَّا بِتَرْکِهَا

[10]Schaikh e Ssaduq, “Al Touhid”, einbändig, Enteswchaaraate dschaame´hmodaressin, Qom, 1357 HS, S. 252, „عن الرضا(ع): قال الرجل فلم احتجب فقال أبو الحسن ع إن الاحتجاب عن الخلق لکثرة ذنوبهم

[11] Sure 3, 191

[12]Sure 20, 14

[13]Sure 3, 58

[14] Sure 3, 191

[15]Sure 3, 115

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